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Steuereinnahmen sinken – Kommunen geraten weiter unter Druck

Die Steuereinnahmen der Kommunen in Baden-Württemberg sind 2025 leicht gesunken. Gleichzeitig steigen die Ausgaben weiter deutlich an. Kommunale Spitzenverbände warnen vor strukturellen Problemen – und sehen die Handlungsfähigkeit der Städte und Gemeinden zunehmend gefährdet.

Die Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg haben laut Angaben des Statistischen Landesamts im Jahr 2025 insgesamt 20,9 Milliarden Euro an Steuern eingenommen. Das entspricht einem Rückgang um 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Pro Kopf standen den Kommunen damit rechnerisch 1.862 Euro zur Verfügung, etwas weniger als 2024 mit 1.877 Euro.

Den größten Anteil am Steueraufkommen hat weiterhin die Gewerbesteuer. Sie brachte 2025 rund 9,2 Milliarden Euro ein und machte damit 43,9 Prozent der gesamten kommunalen Steuereinnahmen aus. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein deutlicher Rückgang um 6,9 Prozent. Besonders stark betroffen sind die Stadtkreise, in denen die Gewerbesteuereinnahmen um 18,3 Prozent gesunken sind.

Gewerbesteuer schwächelt – andere Einnahmen stabiler

Neben der Gewerbesteuer spielen die Gemeindeanteile an der Einkommen- und Umsatzsteuer eine wichtige Rolle. Ihr Anteil am Steueraufkommen ist 2025 auf 44,8 Prozent gestiegen. Die sogenannten Realsteuern – also Gewerbe- und Grundsteuern – kommen zusammen auf 53,5 Prozent. Die sonstigen Gemeindesteuern, etwa Hunde- oder Vergnügungssteuer, machen mit 1,7 Prozent weiterhin nur einen kleinen Teil der Einnahmen aus. Insgesamt zeigt sich: Während einige Einnahmequellen stabil bleiben, fällt die Gewerbesteuer als wichtigste Säule spürbar schwächer aus.

Parallel zu den rückläufigen Einnahmen steigen die kommunalen Ausgaben weiter an. Laut Kassenstatistik lagen die bereinigten Einnahmen 2025 bei rund 56,3 Milliarden Euro, während die Ausgaben mit rund 60,7 Milliarden Euro deutlich höher ausfielen. Daraus ergibt sich ein negatives Finanzierungssaldo von etwa minus 4,4 Milliarden Euro. Bereits im Jahr 2024 hatten die Kommunen ein Defizit von rund 3,1 Milliarden Euro verzeichnet. Die Entwicklung hat sich damit weiter verschärft.

Kommunale Verbände warnen vor strukturellem Problem

Die kommunalen Landesverbände sehen in den aktuellen Zahlen eine strukturelle Schieflage. „Die kommunalen Finanzen brechen uns auch in Baden-Württemberg in rasantem Tempo weg“, erklären die Präsidenten von Gemeinde-, Städte- und Landkreistag.

Besonders kritisch sei, dass die Ausgaben dauerhaft schneller steigen als die Einnahmen, während gleichzeitig die Gewerbesteuer als wichtigste Einnahmequelle schwäche. Ohne grundlegende Gegenmaßnahmen drohe eine weitere Verschärfung der Lage. Die Verbände sprechen von einer „finanziellen Lawine“ und fordern eine strukturelle Stabilisierung der kommunalen Finanzen.

Handlungsbedarf für Politik wächst

Angesichts der Entwicklung fordern die kommunalen Spitzenverbände politische Konsequenzen. Sie verweisen auf ihren Vorschlag für einen „BW-Pakt für handlungsfähige Kommunen“, der insbesondere im Zuge der laufenden politischen Gespräche aufgegriffen werden müsse.

Die finanzielle Lage vieler Kommunen bleibt also sehr angespannt. Ob sich die Entwicklung stabilisieren lässt, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie Einnahmen und Ausgaben künftig wieder in ein tragfähiges Verhältnis gebracht werden können.