Startseite der Webplattform Kinderschutz Baden-Württemberg
Die neue Webplattform Kinderschutz bündelt Informationen und Materialien für Fachkräfte aus allen kinderschutzrelevanten Bereichen in Baden-Württemberg.
© Ministerium für Soziales, Arbeit und Gesundheit Baden-Württemberg

Gemeinsam stark für Kinder

8. Juli 2026
Ob Jugendamt, Kommune, Schule, Gesundheitswesen oder Polizei – wirksamer Kinderschutz gelingt nur im Zusammenspiel vieler Akteure. Mit neuen digitalen Angeboten bündelt das Ministerium für Soziales, Arbeit und Gesundheit Baden-Württemberg aktuelle Informationen und Materialien für Fachkräfte aus allen relevanten Bereichen. Das Sozialministerium stellt diese in seinem Gastbeitrag vor.

Unter dem Motto „Gemeinsam stark für unsere Kinder“ ist am 1. Dezember 2025 die erste landesweite Webplattform Kinderschutz für Baden-Württemberg online gegangen. Sie ist, gemeinsam mit dem „Newsletter Kinderschutz“ und dem „Digital Dialog“, Teil der neuen Informationsoffensive des Ministeriums für Soziales, Arbeit und Gesundheit im Rahmen der Strategie Masterplan Kinderschutz.

Kinderschutz: Unterstützung, die ankommt

Basierend auf einer Bedarfsabfrage bei Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe im Frühjahr 2024 wurde das Design der Webplattform Kinderschutz vom Sozialministerium gemeinsam mit einer Stuttgarter Agentur entwickelt. Im Fokus stand dabei die Schaffung eines niedrigschwelligen und ressourcenschonenden Angebots, das flächendeckend genutzt werden kann und den Arbeitsalltag von Fachkräften erleichtert.

Wichtig war, dass die Webplattform dabei das Rad nicht neu erfindet, sondern bereits bestehende Angebote und Materialien aus Baden-Württemberg einbindet und bündelt, die von Fachkräften aus der Kinder- und Jugendhilfe, den Fachkräften der Fachberatungsstellen der freien Träger sowie Personen aus den Bereichen Gesundheit, Polizei, Justiz und Bildung täglich verwendet werden.

Die Webplattform kann entsprechend als ein Angebot von Fachkräften für Fachkräfte gesehen werden, das auch die Sichtbarkeit von bestehenden Angeboten, Anlaufstellen, Materialien, Veranstaltungen und Qualifizierungsmaßnahmen erhöht. Themenbereiche, Kategorien und Zielgruppen wurden dabei basierend auf der Bedarfsabfrage ausgewählt, um sicherzustellen, dass die Webplattform auch tatsächlich eine bestehende Lücke schließt.

Cover der Strategie Masterplan Kinderschutz für Baden-Württemberg
Landkarte der Anlaufstellen für Kinderschutz in Baden-Württemberg
Detailansicht der Kinderschutz-Anlaufstellen im Raum Stuttgart
Vernetzung von Kinder- und Jugendhilfe, Schule, Polizei, Justiz und Gesundheit

Die neue Webplattform Kinderschutz bündelt Materialien, Anlaufstellen und Qualifizierungsangebote für Fachkräfte aus allen kinderschutzrelevanten Bereichen in Baden-Württemberg.

Weitere Informationen

Weitere Informationen finden Sie unter https://kinderschutz-bw.de/

Seit Dezember 2025 ist die inhaltliche Betreuung und Weiterentwicklung der Webplattform Kinderschutz in weiterer Zusammenarbeit mit dem Sozialministerium Aufgabe der Familienforschung des Statistischen Landesamtes.

Interdisziplinarität im Kinderschutz sichtbar machen

Fällt das Wort Kinderschutz, denkt man oft vor allem an das Jugendamt. An erfolgreichem Kinderschutz sind jedoch noch mehr Akteure aktiv beteiligt. Kinderschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die uns alle etwas angeht. Mit ihrem sektoren- und bereichsübergreifenden Ansatz knüpft die Webplattform daher nahtlos an das Verständnis eines gesamtgesellschaftlichen Ansatzes im Kinderschutz an.

Die Zielgruppe der Webplattform sind primär Fachkräfte, die mit Kindern und Jugendlichen in den Jugendämtern, den Fachberatungsstellen und den Einrichtungen der freien Träger arbeiten. Da erfolgreicher Kinderschutz jedoch nur sektoren- und bereichsübergreifend funktionieren kann, spricht die Webplattform gezielt auch Personen an, die bei der Polizei, im Bildungswesen, in der Justiz, im Gesundheitsbereich oder weiteren Berufen an den Schnittstellen zum Kinderschutz arbeiten. Gleichzeitig werden die Angebote und Strukturen dieser Bereiche für die Kinder- und Jugendhilfe aufbereitet. Bildlich veranschaulicht wird dieses fachbereichsübergreifende Netzwerk in der Landkarte der Anlaufstellen in Baden-Württemberg, die neben zahlreichen Fachberatungsstellen und den Jugendämtern auch die Amts- und Familiengerichte, die Opferbeauftragten, die Präventionsreferate der Polizeipräsidien, die Gesundheitsämter sowie die Regionalstellen des Zentrums für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) abbildet.

Weiterbildung in der Mittagspause

Aufgrund der Themenvielfalt, mit denen Fachkräfte in ihrem Alltag konfrontiert sind, sind Qualifizierung und Weiterbildung ein ständiges Thema im Bereich Kinderschutz. Angebote sollten dabei auch hier möglichst niedrigschwellig und ressourcenschonend aufgebaut sein, sodass diese gut in den Arbeitsalltag integriert werden können.

Mit dem Digital Dialog Kinderschutz wurde zu Anfang des Jahres ein Angebot geschaffen, das diesen Anforderungen entspricht. Der Digital Dialog Kinderschutz ist ein praxisorientiertes, 60-minütiges Online-Format für die Mittagspause. Im Schnitt werden alle zwei Monate kinderschutzrelevante Themen zuerst in einem Vortrag vorgestellt und dann im Anschluss gemeinsam vertiefend diskutiert. Das Angebot richtet sich dabei nicht nur an Fachkräfte aus der Kinder- und Jugendhilfe, sondern explizit auch an alle, die in den Schnittstellen zum Kinderschutz arbeiten und sich zum jeweiligen Thema informieren möchten.

Im ersten Halbjahr 2026 lag der Fokus bisher auf der Vorstellung von Arbeitsmaterialien im Themengebiet der Prävention von sexualisierter Gewalt an Kindern unter drei Jahren, der Vorstellung eines E-Learning-Kurses der Aktion Jugendschutz (AJS) im Bereich Medienbildung und auf Kindern sucht- oder psychisch kranker Eltern. Für das zweite Halbjahr 2026 sind Veranstaltungen zu den Angeboten in der Arbeit mit potenziell tatausübenden Personen und Extremismusprävention sowie eine Veranstaltung zum Tag der Kinderrechte im November geplant.

Gut informiert durch den Tag

Neben der Webplattform Kinderschutz und dem Digital Dialog gibt es seit Januar 2026 ebenfalls den neuen Newsletter Kinderschutz. Dieser informiert über kinderschutzrelevante Themen, Veranstaltungen und Qualifizierungsangebote aus Baden-Württemberg und deutschlandweit. Der Newsletter stellt außerdem in jeder Ausgabe einen der vielen Partner und Initiativen im Kinderschutz vor.

Von allen, für alle

Sollten Sie Arbeitsmaterialien, Leitfäden oder Handreichungen haben, die Sie gerne landesweit teilen und bekannt machen möchten oder bieten Sie eine Veranstaltung oder Qualifizierung an, freuen wir uns über eine Kontaktaufnahme. Dies gilt nicht nur für die Webplattform Kinderschutz, sondern explizit auch für Themenvorschläge für den Digital Dialog Kinderschutz oder Beiträge im Newsletter. Nur so können wir auch zukünftig unserem Anspruch gerecht werden, die Fachkräfte im Land – niedrigschwellig, bedarfsorientiert, interdisziplinär und flächendeckend – bei ihrer alltäglichen Arbeit zu unterstützen.

Kontakt und Mitwirkung

Wenn Sie Materialien haben oder Veranstaltungen online stellen möchten, egal ob auf der Webplattform oder im Newsletter, Anregungen für Themen und Inhalte oder allgemeine Fragen haben, können Sie sich jederzeit bei Stephanie Bundel und Carmen Stradinger unter kinderschutz-fafo@stala.bwl.de melden.