Digitalpakt 2.0: Fünf Milliarden Euro für die Schuldigitalisierung
Bund und Länder wollen die Digitalisierung der Schulen in Deutschland in den kommenden Jahren gemeinsam voranbringen. Bei der Bildungsministerkonferenz in Berlin haben sie sich auf eine Neuauflage des Digitalpakts geeinigt. In den nächsten fünf Jahren sollen dafür insgesamt rund fünf Milliarden Euro bereitgestellt werden. Der sogenannte Digitalpakt 2.0 muss noch formal ratifiziert werden, soll aber rückwirkend zum 1. Januar 2025 gelten.
Nachfolgeregelung schließt Förderlücke
Der neue Digitalpakt folgt auf die erste Förderphase, die Ende 2024 ausgelaufen war. Eine geplante Anschlussregelung war wegen der politischen Entwicklungen auf Bundesebene nicht mehr verabschiedet worden. Mit der jetzt erzielten Einigung wollen Bund und Länder verhindern, dass die Schuldigitalisierung ins Stocken gerät. Für Schulträger soll wieder Planungssicherheit entstehen, insbesondere für laufende und bereits vorbereitete Digitalprojekte.
Anders als beim ersten Digitalpakt wird die Finanzierung künftig gleichmäßig aufgeteilt. Bund und Länder tragen jeweils 2,5 Milliarden Euro. Der Anteil des Bundes soll überwiegend aus dem Sondervermögen für Infrastruktur stammen. Beim ersten Digitalpakt hatte der Bund noch den deutlich größeren Teil der Kosten übernommen.
Breiterer Ansatz als beim ersten Digitalpakt
Inhaltlich geht der Digitalpakt 2.0 über die reine Ausstattung hinaus. Neben Investitionen in digitale Endgeräte, Netzinfrastruktur und Lernplattformen sollen auch Fort- und Weiterbildungsangebote für Lehrkräfte gefördert werden. Ziel ist es, digitale Technik nicht nur bereitzustellen, sondern ihren sinnvollen Einsatz im Unterricht zu stärken.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Wartung und Support. Künftig sollen verlässlichere Strukturen aufgebaut werden, um den dauerhaften Betrieb der technischen Ausstattung sicherzustellen. Damit reagieren Bund und Länder auf Kritik aus der Praxis, wonach fehlende Betreuung und Instandhaltung die Nutzung digitaler Angebote bislang häufig erschwert haben.
Forschung und Entwicklung digitaler Bildung
Neu vorgesehen ist außerdem der Aufbau von fünf Forschungsclustern sowie einer wissenschaftlichen Vernetzungsstelle. Dort sollen neue Konzepte für digitalen Unterricht entwickelt, erprobt und wissenschaftlich begleitet werden. Ziel ist es, digitale Bildung stärker evidenzbasiert weiterzuentwickeln und Erfahrungen besser zu bündeln.
Aus den Ländern wird die Einigung überwiegend positiv bewertet. Sie wird als gemeinsames Signal von Bund und Ländern verstanden, Verantwortung für die Zukunft der Schulen zu übernehmen. Auch aus der Opposition kommt Zustimmung, wenngleich Kritik an der späten Einigung und am Umfang der Mittel laut wurde. Dennoch gilt der Digitalpakt 2.0 als wichtiger Schritt, um die Digitalisierung der Schulen in Deutschland wieder auf eine verlässlichere Grundlage zu stellen.
