Digitales Tool soll Kommunen bei Verbesserung ihrer Radwege unterstützen
An einer Brücke in Schorndorf meldete ein Radfahrer über den RadMELDER einen abgesackten Fahrbahnbelag mit gefährlicher Kante. Bereits einen Tag später bestätigte die Stadt den Eingang der Meldung und leitete sie an den zuständigen Fachbereich weiter. Wenige Tage danach folgte die öffentliche Rückmeldung: Die Unebenheit werde geprüft und im Rahmen der nächsten Ausbesserungsarbeiten beseitigt. Genau diese transparente Kommunikation zwischen Bürgerschaft und Verwaltung soll der neue RadMELDER ermöglichen.
Mit dem digitalen Werkzeug stellt das Verkehrsministerium Baden-Württemberg den Kommunen eine Plattform zur Verfügung, über die Bürgerinnen und Bürger Schäden an Radwegen, Hindernisse, fehlende Beschilderungen oder auch besonders gelungene Streckenabschnitte direkt auf einer Karte melden können. Vorgestellt wurde das Portal auf der Landesgartenschau in Ellwangen.
Anwendung ist nicht wartungsintensiv
Für Städte und Gemeinden dürfte vor allem der organisatorische Ansatz interessant sein. Der RadMELDER ist ein freiwilliges und kostenfreies Angebot des Landes, das webbasiert arbeitet und sich über eine Schnittstelle an bestehende Bearbeitungsprozesse anbinden lässt. Hinweise werden strukturiert an die zuständigen Stellen weitergeleitet und können dort in die vorhandenen Abläufe integriert werden. Zusätzliche Verwaltungsstrukturen müssen dafür nicht aufgebaut werden – ein wichtiger Aspekt angesichts knapper Personalressourcen in vielen Rathäusern.
Nach Angaben des Verkehrsministeriums profitieren beide Seiten: Bürgerinnen und Bürger erhalten eine einfache Möglichkeit, Mängel aus ihrem Alltag zu melden, während Verwaltungen Hinweise gebündelt und effizient bearbeiten können. „Mit dem RadMELDER bieten wir Verkehrsplanung zum Mitmachen“, sagte Verkehrsstaatssekretär Raimund Haser bei der Vorstellung des Portals. Wichtige Informationen gelangten so direkt an die zuständigen Stellen und unterstützten zugleich eine moderne digitale Verwaltung. Langfristig soll das System dazu beitragen, Radwege im Land Schritt für Schritt sicherer und attraktiver zu machen.