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Wo Gründergeist wächst

Gründungsfreundliche Kommunen gelten als wichtiger Motor für Innovation und wirtschaftliche Dynamik. Der Wettbewerb „Start-up BW Local“ startet nun in eine neue Bewerbungsrunde und zeichnet Städte und Gemeinden aus, die besonders gute Rahmenbedingungen für Gründerinnen und Gründer schaffen.

Baden-Württemberg zählt zu den wirtschaftsstärksten Regionen Europas – und gerade viele kleinere Städte und Gemeinden sind Heimat erfolgreicher mittelständischer Unternehmen, die international tätig sind und zugleich eng mit ihrer Region verbunden bleiben. Rund 99 Prozent der Unternehmen im Land gehören zum Mittelstand und prägen damit maßgeblich die Wirtschaftsstruktur. Als einer der Gründe für diesen Erfolg gilt unter vielen Expertinnen und Experten, dass hier seit Jahrzehnten ein gründungsfreundliches Umfeld besteht, das vielerorts neue Ideen und unternehmerische Initiative begünstigt.

Auch Kommunen spielen dabei traditionell eine zentrale Rolle, etwa indem sie Netzwerke fördern, für bestimmte Wirtschaftsbereiche gute Bedingungen schaffen und Gründerinnen und Gründer unterstützen. Um diese Stärke langfristig zu sichern und weiter auszubauen, setzt das Land unter anderem auf Initiativen wie den Wettbewerb „Start-up BW Local“, der besonders engagierte Kommunen für ihre guten Rahmenbedingungen für Gründungen auszeichnet.

Wettbewerb „Start-up BW Local“: Neue Runde für gründungsfreundliche Kommunen gestartet

Das Land hat daher wieder eine neue Runde des Wettbewerbs „Start-up BW Local – gründungsfreundliche Kommune“ gestartet. Er bietet Kommunen in Baden-Württemberg erneut die Möglichkeit, sich als besonders gründungsfreundlicher Standort zu positionieren. Städte, Gemeinden, Landkreise sowie interkommunale Kooperationen können ihre Bewerbungen bis 24. Juli 2026 einreichen.

Ziel des Wettbewerbs ist es, innovative Ideen aus den Regionen sichtbar zu machen und kommunale Strukturen zur Förderung von Start-ups weiterzuentwickeln. Laut dem Wirtschaftsministerium spielen Kommunen als wichtige Partner für Gründerinnen und Gründer eine zentrale Rolle für die wirtschaftliche Entwicklung in Städten und Gemeinden. Sie schaffen Arbeitsplätze, stärken die regionale Wertschöpfung und sorgen für neue Produkte, Dienstleistungen und Innovationen. Gründungen seien für Kommunen entscheidend, weil sie die lokale Wirtschaft stärken und zugleich zur Vielfalt an Angeboten und Dienstleistungen beitragen. Daher sei es wichtig, gezielt gründungsfreundliche Strukturen aufzubauen, um Unternehmensgründungen und die Entwicklung junger Firmen zu unterstützen, unterstreicht Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut.

Landeswettbewerb würdigt kommunales Engagement für Start-ups

Der Landeswettbewerb richtet sich an Gemeinden, Städte, Landkreise und interkommunale Wirtschaftsförderungsgesellschaften bis zur Landkreisebene. Dabei können sowohl Kommunen teilnehmen, die bereits umfangreiche Angebote zur Gründungsförderung etabliert haben, als auch solche, die ihre Aktivitäten erst aufbauen oder weiterentwickeln möchten.

Ziel ist es, kommunales Engagement sichtbar zu machen und zugleich Impulse für neue Initiativen zu geben. Unterstützt wird der Wettbewerb vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg gemeinsam mit den kommunalen Spitzenverbänden – darunter der Landkreistag Baden-Württemberg, der Städtetag Baden-Württemberg, der Gemeindetag Baden-Württemberg, der Baden-Württembergische Industrie- und Handelskammertag (BWIHK) sowie Handwerk BW.

So läuft der Wettbewerb „Start-up BW Local“ ab

Der Wettbewerb ist in mehrere Phasen gegliedert. In einer Konzeptionsphase entwickeln zunächst die teilnehmenden Kommunen Konzepte, mit denen sie Gründungen und Unternehmensnachfolgen vor Ort gezielt fördern möchten. Dazu können beispielsweise Beratungsangebote, Netzwerke, Veranstaltungen oder infrastrukturelle Maßnahmen gehören. Ziel ist es, konkrete Maßnahmen zu entwickeln, die die Gründungsdynamik stärken.

Im Anschluss folgt ein Pitch vor einer Fachjury. Hier präsentieren die Kommunen ihre Konzepte vor einer Jury aus Unternehmerinnen und Unternehmern sowie Fachleuten aus dem Gründungsbereich. Besonders überzeugende Ideen werden mit dem Titel „Gründungsfreundliche Kommune – ausgezeichneter Ort“ geehrt. Neben der Auszeichnung werden auch Preisgelder vergeben. Für die besten Konzepte stehen 10.000 Euro für den ersten Platz, 7.500 Euro für den zweiten Platz und 5.000 Euro für den dritten Platz bereit. Abhängig von der Teilnehmerzahl werden mehrere Kategorien prämiert – etwa für kleinere und größere Städte oder interkommunale Kooperationen sowie für Projekte im Bereich Unternehmensnachfolge.

Beitrag zur Stärkung der regionalen Gründerkultur

Kommunen, die ihre Aktivitäten im Bereich Gründungsförderung weiterentwickeln oder neue Impulse setzen möchten, können sich noch bis 24. Juli 2026 bewerben. Informationen zum Wettbewerb, Teilnahmebedingungen sowie Best-Practice-Beispiele aus vergangenen Wettbewerbsrunden sind auf den Seiten der Landeskampagne Start-up BW verfügbar.

Ein Blick auf die bisherigen Preisträger zeigt, wie unterschiedlich und zugleich innovativ Kommunen die Förderung von Gründerinnen und Gründern gestalten können. Vergangenes Mal wurde die Stadt Horb am Neckar im Landesfinale des Wettbewerbs „Start-up BW Local“ in der Kategorie der Kommunen und Verbünde bis 85.000 Einwohner mit dem ersten Platz ausgezeichnet. Die Jury überzeugte insbesondere ein umfassendes Konzept zur Stärkung des lokalen Gründungsökosystems. Die Stadt setzt gezielt auf den Aufbau und die Vernetzung von Innovations- und Gründungsstrukturen, um Existenzgründungen vor Ort zu erleichtern und langfristig zu fördern. Kooperationen mit regionalen Partnern sowie konkrete Unterstützungsangebote für Start-ups und junge Unternehmen spielen dabei eine wichtige Rolle. Ziel ist es, eine nachhaltige Gründerkultur zu etablieren und zugleich die wirtschaftliche Entwicklung der Region zu stärken.

Finalisten in dieser Kategorie waren unter anderem die Stadt Lauda-Königshofen, die mit einem innovativen Konzept zur Förderung von Existenzgründungen überzeugte. Besonders hervorgehoben wurde das Engagement der Kommune beim Aufbau eines lokalen Netzwerks für Gründerinnen und Gründer. Durch die Zusammenarbeit mit regionalen Innovations- und Technologiepartnern schafft die Stadt gezielte Unterstützungsmöglichkeiten für junge Unternehmen und Gründerteams. Gleichzeitig setzt Lauda-Königshofen darauf, die Rahmenbedingungen für Unternehmensgründungen und Unternehmensnachfolgen weiter zu verbessern.

Erfolgreiche Beispiele gründungsfreundlicher Städte in Baden-Württemberg

Auch die Stadt Fellbach stand im Landesfinale des Wettbewerbs. Die Jury würdigte insbesondere das Engagement der Stadt beim Aufbau gründungsfreundlicher Strukturen. Fellbach verfolgt eine aktive Wirtschaftsförderungspolitik, die sich gezielt an Gründerinnen und Gründer richtet. Dazu gehören Beratungsangebote für Menschen mit Geschäftsideen ebenso wie Veranstaltungen und Netzwerke rund um Innovation und Unternehmertum. Solche Plattformen ermöglichen es Gründerinnen und Gründern, ihre Ideen vorzustellen, Kontakte zu knüpfen und Unterstützung bei der Umsetzung ihrer Projekte zu erhalten.

Auch in der Kategorie der Städte und Verbünde mit mehr als 85.000 Einwohnern wurden Kommunen ausgezeichnet, die sich besonders für die Förderung von Gründerinnen und Gründern einsetzen. Den ersten Platz erreichte die Stadt Ludwigsburg, die seit mehreren Jahren gezielt Strukturen zur Förderung von Start-ups und innovativen Geschäftsmodellen aufgebaut hat. Besonders hervorgehoben wurde das breit angelegte Unterstützungsangebot der kommunalen Wirtschaftsförderung, das Gründerinnen und Gründer von der ersten Idee bis zur Unternehmensentwicklung begleitet. Ein Schwerpunkt liegt auf der Kreativwirtschaft und digitalen Geschäftsmodellen, unterstützt durch Netzwerke, Beratungsangebote und Veranstaltungen. Kooperationen mit Unternehmen, Hochschulen und Innovationsakteuren fördern zusätzlich den Austausch zwischen etablierten Firmen, Start-ups und jungen Talenten.

Finalisten waren unter anderem die Stadt Konstanz. Die Jury überzeugte das umfassende Konzept, mit dem die Stadt das Gründungsökosystem am Bodensee weiterentwickeln möchte. Konstanz setzt dabei auf eine enge Zusammenarbeit mit Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Start-up-Szene. Besonders wichtig ist die Kooperation mit der Universität Konstanz und der Hochschule Konstanz, um innovative Geschäftsideen frühzeitig zu fördern und den Weg von der Forschung zur Unternehmensgründung zu erleichtern. Ergänzt wird dies durch Netzwerke, Beratungsangebote und Veranstaltungen, die Gründerinnen und Gründer miteinander verbinden und ihnen Zugang zu Unterstützungsstrukturen ermöglichen.

Auch die Landeshauptstadt Stuttgart gehörte zu den Finalisten. Die Jury würdigte das umfangreiche Engagement der Stadt beim Aufbau eines starken Start-up-Ökosystems. Stuttgart profitiert dabei von seiner Rolle als bedeutender Wirtschafts- und Innovationsstandort mit starker Industrie, zahlreichen Forschungseinrichtungen und einer lebendigen Start-up-Szene. Die Stadt unterstützt Gründerinnen und Gründer durch Programme, Beratungsangebote und Netzwerke, die den Austausch zwischen Start-ups, Unternehmen, Wissenschaft und Investoren fördern. Veranstaltungen, Innovationsplattformen und Kooperationsprojekte tragen dazu bei, neue Geschäftsideen sichtbar zu machen und ihre Umsetzung zu erleichtern.

Auch in der neu eingeführten Kategorie „Nachfolge“ wurden Kommunen ausgezeichnet, die innovative Ansätze entwickelt haben, um die Übergabe bestehender Unternehmen zu unterstützen. Hintergrund ist, dass in den kommenden Jahren viele Betriebe vor einem Generationswechsel stehen und geeignete Nachfolgerinnen und Nachfolger gesucht werden. Kommunen können dabei eine wichtige Rolle spielen, indem sie Netzwerke schaffen, Informationsangebote bereitstellen und Unternehmensnachfolgen aktiv begleiten.

Unternehmensnachfolge sichern: Kommunen unterstützen Generationswechsel

Den ersten Platz belegte die Gemeinde Salach. Die Kommune wurde dafür ausgezeichnet, das Thema Unternehmensnachfolge stärker in den Fokus der kommunalen Wirtschaftsförderung zu rücken. Ziel ist es, lokale Betriebe langfristig zu erhalten und gleichzeitig neue Unternehmerinnen und Unternehmer für die Übernahme bestehender Unternehmen zu gewinnen. Durch Informations- und Vernetzungsangebote soll der Austausch zwischen Betriebsinhabern, potenziellen Nachfolgern sowie Beratungsinstitutionen erleichtert werden.

Finalisten waren außerdem der interkommunale Zusammenschluss der Gemeinden Niedereschach, Dauchingen und Deißlingen. Die drei Kommunen überzeugten mit einem kooperativen Ansatz, bei dem Kräfte gebündelt werden, um Unternehmensnachfolgen in der Region aktiv zu fördern. Im Mittelpunkt steht die Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden, der regionalen Wirtschaft und Partnern aus Beratung und Wirtschaftsförderung. Gemeinsame Informations- und Netzwerkangebote sollen Unternehmerinnen und Unternehmer, die ihren Betrieb übergeben möchten, frühzeitig mit potenziellen Nachfolgern zusammenbringen.

Ein weiterer Finalist war die Region Ostwürttemberg, die mit einem regionalen Konzept zur Unterstützung von Unternehmensnachfolgen überzeugte. Ziel ist es, bestehende Betriebe langfristig zu sichern und gleichzeitig neue unternehmerische Perspektiven zu eröffnen. Netzwerke, Informationsveranstaltungen und Beratungsangebote sollen Unternehmerinnen und Unternehmer gezielt unterstützen und zugleich potenziellen Nachfolgerinnen und Nachfolgern vermitteln, dass die Übernahme eines bestehenden Betriebs eine attraktive Alternative zur Neugründung sein kann.