Baggerarbeiten bei der Verlegung von Kabeln von Südlink
SuedLink soll künfitg große Mengen an Windstrom aus Norddeutschland in die Verbrauchszentren im Süden transportieren.
© TransnetBW/Benjamin Stollemberg

SuedLink: Baustopp am Salzbergwerk Bad Friedrichshall

Geologische Probleme stoppen die Arbeiten an SuedLink im Salzbergwerk Bad Friedrichshall. Die Leitung ist eines der wichtigsten Netzausbauprojekte für Süddeutschland und gilt als zentral in einer Zeit, in der Strombedarf und Anforderungen an die Netze weiter wachsen.

Beim Bau der Stromtrasse SuedLink in Bad Friedrichshall sind unerwartete geologische Probleme aufgetreten. Die Arbeiten im Bereich des dortigen Salzbergwerks wurden deshalb vorerst gestoppt. Nach Angaben des Übertragungsnetzbetreibers TransnetBW machen neue Erkenntnisse zum Untergrund eine Anpassung der bisherigen Planung notwendig.

Gemeinderat wird am Dienstag informiert

Ursprünglich sollte die Stromleitung durch die Grubenbaue der Südwestdeutschen Salzwerke geführt werden. Gemeinsam mit dem Bergwerksbetreiber arbeitet TransnetBW nun an einer alternativen technischen Lösung. Details dazu sind bislang nicht bekannt. Der Gemeinderat von Bad Friedrichshall soll am Dienstagabend über den aktuellen Stand informiert werden.

Noch offen ist, ob für die geänderte Planung ein neuer Planfeststellungsbeschluss erforderlich wird. Ebenso lässt sich derzeit nicht abschätzen, welche Auswirkungen der Baustopp auf Kosten und Zeitplan des Projekts haben wird. Bislang ist vorgesehen, SuedLink Ende 2028 in Betrieb zu nehmen.

Die Arbeiten im Salzbergwerk hatten bereits 2023 begonnen. Geplant war, auf einer Länge von rund 16 Kilometern Kabel in etwa 200 Metern Tiefe durch das Bergwerk zu führen – ein technisch außergewöhnliches Vorhaben.

SuedLink soll auf rund 700 Kilometern Länge vor allem Windstrom aus Norddeutschland nach Baden-Württemberg und Bayern transportieren und gilt als eines der zentralen Projekte für den Ausbau der deutschen Stromnetze.

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SuedLink soll Strom in den Süden bringen

SuedLink ist eine insgesamt rund 700 Kilometer lange Verbindung, die große Mengen Windstrom aus Norddeutschland in die Verbrauchszentren im Süden transportieren soll. Über die beiden Gleichstromleitungen können zusammen bis zu vier Gigawatt übertragen werden. Gerade für die industriestarken Länder Baden-Württemberg und Bayern mit ihrem hohen Strombedarf gilt der Ausbau der Nord-Süd-Verbindungen deshalb als wichtiger Baustein der Energiewende.

Beide Länder setzen zudem darauf, mehr erneuerbaren Strom direkt im Süden zu erzeugen. Baden-Württemberg und Bayern fordern deshalb bei der geplanten EEG-Novelle unter anderem, mindestens 20 Prozent der Ausschreibungsmengen für Windenergie an Land für die Südregion vorzusehen. Zudem soll das jährliche Ausschreibungsvolumen von 2027 bis 2032 auf 15.000 Megawatt angehoben und 2027 eine zusätzliche Sonderausschreibung über 5.000 Megawatt durchgeführt werden.

Netze werden zum Standortfaktor

Gleichzeitig wird in den kommenden Jahren deutlich mehr Strom benötigt – etwa für Industrie, Elektromobilität, Wärmepumpen, Rechenzentren und die zunehmende Elektrifizierung vieler Prozesse. Damit wächst nicht nur der Bedarf an zusätzlicher Erzeugung, sondern auch an leistungsfähigen Stromnetzen. Große Übertragungsleitungen wie SuedLink sind dabei nur ein Teil der Infrastruktur. Auch regionale und lokale Netze müssen ausgebaut werden, damit der Strom tatsächlich dort ankommt, wo er gebraucht wird. Für Kommunen wird die verfügbare Netzkapazität deshalb zunehmend zum Standortfaktor: Sie kann mitentscheiden, ob Unternehmen sich ansiedeln oder erweitern und neue Wohn- und Gewerbegebiete entwickelt werden können.