Solarpark stärkt Wasserwerk Langenau
Der Zweckverband Landeswasserversorgung und die Gasversorgung Langenau haben am Wasserwerk Langenau gemeinsam einen großen Solarpark errichtet. Die Anlage soll am 14. Oktober offiziell eingeweiht werden. Auf einer Fläche von 23 Hektar wurden Photovoltaikmodule mit einer maximalen Leistung von 22,5 Megawatt Peak installiert.
Pro Jahr soll der Solarpark rund 22,3 Gigawattstunden Strom erzeugen. Die Energie wird dort genutzt, wo sie entsteht: im Wasserwerk, insbesondere für die Anlagen zur Aufbereitung und Förderung des Trinkwassers. Überschüssiger Strom kann in das öffentliche Netz eingespeist werden.
Mehr als die Hälfte aus eigenen erneuerbaren Quellen
Das Wasserwerk Langenau bereitet Grundwasser aus dem Donauried und Wasser aus der Donau zu Trinkwasser auf. Pumpen transportieren es anschließend über weite Strecken zu den angeschlossenen Kommunen. Entsprechend hoch ist der Strombedarf.
Gemeinsam mit den bereits vorhandenen Wasserturbinen deckt der neue Solarpark künftig mehr als 55 Prozent des Strombedarfs der Wasserwerke aus eigenen erneuerbaren Quellen. Bis 2030 will die Landeswasserversorgung bilanziell den gesamten Energiebedarf für Gewinnung, Aufbereitung und Transport des Trinkwassers selbst aus regenerativen Quellen erzeugen.
Die Photovoltaikanlage ist damit ein zentraler Baustein der Energiestrategie des Zweckverbands. Neben weiteren Solaranlagen sollen auch Wasserturbinen und Windkraft zur angestrebten Eigenversorgung beitragen.
Gemeinschaftsprojekt mit der Stadt
Der Solarpark wurde gemeinsam mit der Gasversorgung Langenau entwickelt. An dem Unternehmen sind die Stadt Langenau und die Stadtwerke Ulm beteiligt. Die verwendeten Flächen befinden sich teilweise im Eigentum der Stadt und teilweise im Eigentum der Landeswasserversorgung.
Für Langenau ist die Anlage damit nicht nur ein Beitrag zum Ausbau erneuerbarer Energien. Über ihr Beteiligungsunternehmen profitiert die Stadt auch unmittelbar von dem Projekt. Zugleich entwickelt sich die Gasversorgung Langenau schrittweise zu einem breiter aufgestellten Energieversorger, der neben seinem Gasnetz bereits ein Wärmenetz betreibt und erneuerbare Energieprojekte umsetzt.
Stromversorgung auch im Krisenfall
Eine besondere Bedeutung bekommt die Anlage bei einem großflächigen Stromausfall. Weil der Strom unmittelbar am Wasserwerk erzeugt wird, kann er im Krisenfall genutzt werden, um wichtige Anlagen weiter zu betreiben. Insbesondere die Pumpen sollen dazu beitragen können, eine Grundversorgung mit Trinkwasser aufrechtzuerhalten.
Der Solarpark verbindet damit Klimaschutz und Versorgungssicherheit. Er ersetzt zwar nicht sämtliche Vorkehrungen für einen länger andauernden Blackout, erweitert aber die Möglichkeiten der Landeswasserversorgung, zentrale Prozesse auch bei einem Ausfall des öffentlichen Stromnetzes abzusichern.
Die Landeswasserversorgung versorgt rund drei Millionen Menschen. Sie liefert jährlich etwa 100 Millionen Kubikmeter Trinkwasser an rund 250 Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg sowie an einige Kommunen in Bayern. Der zuverlässige Betrieb des Wasserwerks Langenau ist daher weit über die Stadtgrenzen hinaus von Bedeutung.