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Neues Niedrigwasserportal soll Kommunen beim Wassermanagement unterstützen

Flüsse, Grundwasser und Böden geraten durch langanhaltende Hitzeperioden immer stärker unter Druck. Mit dem neuen Niedrigwasserinformationssystem NIWIS erhalten Kommunen erstmals tagesaktuelle und bundesweit einheitliche Daten als Grundlage für Vorsorge und Krisenmanagement. Gleichzeitig mahnen Land und Deutscher Städte- und Gemeindebund, Klimaanpassung langfristig finanziell abzusichern.

Mit dem neuen Niedrigwasserinformationssystem NIWIS stellt der Bund erstmals eine bundesweit einheitliche Online-Plattform bereit, die aktuelle Daten zu Wasserständen, Grundwasser, Bodenfeuchte und Niederschlägen zusammenführt. Behörden, Kommunen, Wasserversorger und Unternehmen können die Informationen nutzen, um Niedrigwasserlagen frühzeitig zu erkennen, Risiken besser einzuschätzen und geeignete Maßnahmen einzuleiten. Über Karten, Diagramme und eine offene Schnittstelle (API) lassen sich die Daten regional auswerten und auch in eigene Anwendungen integrieren.

Hintergrund ist die zunehmende Wasserknappheit infolge des Klimawandels. Langanhaltende Trockenperioden treten häufiger auf und belasten Schifffahrt, Landwirtschaft, Industrie und Trinkwasserversorgung gleichermaßen. Bislang lagen entsprechende Informationen in den Bundesländern nur uneinheitlich vor. NIWIS bündelt diese Daten erstmals auf einer gemeinsamen Plattform und schafft damit eine einheitliche Grundlage für Vorsorge, Krisenmanagement und langfristige Anpassungsstrategien.

Land warnt vor ausbleibenden Niederschlägen 

Wie aktuell das Thema ist, zeigt auch die Situation in Baden-Württemberg. Angesichts anhaltender Hitze und ausbleibender Niederschläge warnte Landwirtschaftsstaatssekretärin Sarah Schweizer vor einer zunehmenden Belastung der Gewässer. Sinkende Sauerstoffgehalte gefährdeten Fische und andere Wasserlebewesen, während sich die Wasserqualität vielerorts verschlechtere. Kurzfristig könnten Fischzuchtbetriebe etwa durch Beschattung ihrer Anlagen, angepasste Fütterung oder den Einsatz von Teilkreislaufanlagen gegensteuern. Langfristig seien jedoch umfassendere Maßnahmen erforderlich, etwa die stärkere natürliche Beschattung von Flüssen und Bächen sowie ein insgesamt klimaresilienteres Gewässermanagement.

Die Staatssekretärin appellierte außerdem an Kommunen und Bevölkerung, verantwortungsvoll mit den Wasserressourcen umzugehen. Bei einer weiteren Verschärfung der Lage sollten betroffene Städte und Gemeinden frühzeitig die zuständigen Fischereibehörden einbinden. Gleichzeitig rief sie dazu auf, Empfehlungen der Landratsämter zur Wassernutzung bei Niedrigwasser zu beachten und empfindliche Gewässer auch bei Freizeitaktivitäten möglichst wenig zusätzlich zu belasten.

DStGB: Brauchen verlässliche Finanzierung des KTF 

Auch der Deutsche Städte- und Gemeindebund begrüßt das neue Informationssystem. Hauptgeschäftsführer André Berghegger bezeichnete NIWIS als wichtige Entscheidungsgrundlage, um Wasserknappheit möglichst frühzeitig zu erkennen und präventiv zu handeln. Gleichzeitig fordert der DStGB einen stärkeren Ausbau von Wasserspeichern, regionalen Verbundsystemen und einer klimaresilienten Trinkwasserversorgung.

Mit Blick auf die geplanten Kürzungen beim Klima- und Transformationsfonds (KTF) warnte Berghegger zudem vor einem falschen Signal: Städte und Gemeinden benötigten eine langfristig verlässliche Finanzierung, um Investitionen in Klimaanpassung, Wasserversorgung und widerstandsfähige Infrastruktur dauerhaft stemmen zu können.