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190.000 Menschen zur Sicherheit im Land befragt

Rund 190.000 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger erhalten ab dem 21. September Post vom Institut für Kriminologische Forschung Baden-Württemberg. Gefragt wird nach ihrem Sicherheitsempfinden, persönlichen Kriminalitätserfahrungen und ihrer Zufriedenheit mit der Polizei. Der Vergleich mit der ersten Befragung von 2023 soll erstmals zeigen, wie sich die Wahrnehmung der Sicherheitslage verändert hat.

Am 21. September beginnt die zweite landesweite Sicherheitsbefragung in Baden-Württemberg. Rund 190.000 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger werden zur Teilnahme eingeladen. Die repräsentative Untersuchung führt das Institut für Kriminologische Forschung Baden-Württemberg, kurz KriFoBW, durch.

Im Mittelpunkt stehen das persönliche Sicherheitsempfinden, eigene Erfahrungen mit Kriminalität und die Zufriedenheit mit der Arbeit der Polizei. Da bereits 2023 eine landesweite Befragung stattgefunden hat, können die Forschenden erstmals Veränderungen über einen Zeitraum von drei Jahren untersuchen.

Wo fühlen sich Menschen unsicher?

Die Polizeiliche Kriminalstatistik zeigt, welche Straftaten den Behörden bekannt geworden sind. Sie kann jedoch nicht erfassen, an welchen Orten sich Menschen unsicher fühlen und ob dieses Empfinden mit der registrierten Kriminalitätslage übereinstimmt.

„Objektiv ist Baden-Württemberg eines der sichersten Länder. Ob sich jemand sicher fühlt, steht jedoch in keiner Statistik“, sagte Innenminister Manuel Hagel zum Start der Befragung. Die Ergebnisse sollen der Polizei helfen, ihre Arbeit und insbesondere Maßnahmen der Kriminalprävention gezielter auszurichten.

Die Untersuchung kann auch für Städte und Gemeinden wichtige Hinweise liefern. Das Sicherheitsempfinden prägt die Lebensqualität vor Ort und kann sich je nach Wohnumfeld, öffentlichem Raum oder Bevölkerungsgruppe deutlich unterscheiden. Erkenntnisse darüber, wo sich Menschen unsicher fühlen, können deshalb auch für die kommunale Präventionsarbeit und die Gestaltung öffentlicher Räume relevant sein.

Das Dunkelfeld sichtbar machen

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der sogenannten Dunkelfeldforschung. Zum Dunkelfeld zählen Straftaten, die nicht bei der Polizei angezeigt oder anderweitig bekannt werden und deshalb in keiner amtlichen Kriminalstatistik auftauchen.

Die Gründe dafür sind vielfältig. Betroffene verzichten möglicherweise aus Angst oder Scham auf eine Anzeige, sind sich über die rechtliche Einordnung eines Vorfalls unsicher oder halten eine Anzeige für aussichtslos. Mithilfe repräsentativer Befragungen lässt sich besser abschätzen, wie häufig solche nicht gemeldeten Taten vorkommen, welche Delikte besonders oft im Dunkelfeld bleiben und welche Menschen davon betroffen sind.

Zusammen mit den polizeilich bekannten Fällen entsteht so ein umfassenderes Bild des tatsächlichen Kriminalitätsgeschehens. Die Erkenntnisse sollen unter anderem dabei helfen, Ressourcen gezielter einzusetzen, Präventionsmaßnahmen zu bewerten und das Verhalten von Opfern und Zeugen besser zu verstehen.

Teilnahme freiwillig und anonym

Das Anschreiben enthält die Zugangsdaten zu einem Online-Fragebogen. Wer nicht online teilnehmen möchte, kann kostenlos einen gedruckten Fragebogen anfordern. Die Teilnahme ist freiwillig, die Antworten werden anonym ausgewertet.

Die landesweiten Sicherheitsbefragungen sollen künftig alle drei Jahre stattfinden. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite des Instituts für Kriminologische Forschung Baden-Württemberg. Dort sind auch die Ergebnisse der ersten Befragung von 2023 abrufbar.