Trotz Fachkräftemangel fehlen Praktikumstellen
Der duale Bachelor-Studiengang Public Management an der Hochschule für öffentliche Verwaltung Kehl qualifiziert gezielt für den gehobenen Verwaltungsdienst. Er bildet also das Personal für Fach- und Führungsaufgaben auch in der kommunalen Verwaltung aus. Angesichts des demografischen Wandels mit steigenden Renteneintritten und der vielerorts angespannten Fachkräftesituation in den Verwaltungen werden qualifizierte Studierende in diesem Bereich dringend benötigt.
Aufruf, verfügbare Kapazitäten zu prüfen
Das sollte man zumindest meinen. Jedoch wurde nun bekannt, dass die Hochschule Kehl dringend Ausbildungsplätze für Studierende des Studiengangs Public Management sucht. Die Hochschule für öffentliche Verwaltung Kehl bittet insbesondere Kommunen im badischen Landesteil, verfügbare Kapazitäten zu prüfen und geeignete Plätze bereitzustellen.
Personalmangel in Kommunen zunehmend spürbar
Dabei wird im kommunalen Bereich wird der Personalmangel zunehmend spürbar. Ein aktuelles Beispiel ist die Gemeinde Efringen-Kirchen, in der gleich sieben Stellen im Rathaus unbesetzt blieben. Infolge dessen musste Bürgermeisterin Carolin Holzmüller selbst einspringen und übernahm zusätzliche Aufgaben – unter anderem in den Bereichen Hauptamt, Ordnungsamt und IT. Einen ausführlichen Bericht zur Situation in Efringen-Kirchen finden Sie auf kommunal.de (der Mutterpublikation von die:gemeinde, beide herausgegeben vom Verlag Zimper Media).
„Sehr gute Kandidatinnen und Kandidaten“ auf der Suche
Laut Angaben der Hochschule handelt es sich bei den verbleibenden Bewerberinnen und Bewerbern um „sehr gute Kandidatinnen und Kandidaten“, denen jedoch noch ein Ausbildungsplatz für das Einführungspraktikum fehlt. Problematisch ist dabei vor allem, dass ohne eine solche Praktikumsstelle keine Zulassung zum Studium erfolgen kann. Angesichts der rückläufigen Zahl an Studienanfängerinnen in Baden-Württemberg und des bereits bestehenden Fachkräftemangels im Verwaltungsbereich wäre es besonders wichtig, diese motivierten Interessierten nicht zu verlieren. Es bleibt zu hoffen, dass sich noch ausreichend Kommunen und öffentliche Einrichtungen finden, um den Bewerbenden eine Perspektive zu bieten – bevor sie sich für einen anderen Berufsweg entscheiden müssen.
Wer gibt dem Nachwuchs eine Chance?
Wer von verfügbaren Ausbildungsplätzen für das Einführungspraktikum weiß oder selbst entsprechende Stellen anbieten kann, wird gebeten, sich direkt an das Servicezentrum Studium & Lehre der Hochschule Kehl zu wenden. Ansprechpartnerin für die Koordination ist das Team des Servicezentrums, erreichbar telefonisch unter 07851 894‑119 oder per E-Mail an bachelor@hs-kehl.de.
Für inhaltliche Rückfragen oder weiterführende Informationen steht außerdem Jacqueline Meier, Leiterin des Servicezentrums Studium & Lehre, unter der Telefonnummer 07851 894‑254 zur Verfügung.
Einführungspraktikum: Start in die Verwaltung
Das sechsmonatigen Einführungspraktikum, mit dem das duale Studium Public Management an der Hochschule für öffentliche Verwaltung Kehl beginnt, findet in einer öffentlichen Verwaltung statt, beispielsweise in Städten, Gemeinden, Landkreisen, Landesverwaltungen oder auch bei Verbänden. Ziel ist es, die Studierenden mit den Aufgaben und Strukturen der Verwaltung vertraut zu machen, indem sie in mindestens zwei verschiedenen Bereichen wie Kämmerei, Personalwesen oder Ordnungsamt eingesetzt werden.
Die Studierenden befinden sich in dieser Zeit in einem beamtenähnlichen Status als sogenannte Verwaltungspraktikanten und erhalten bereits Anwärterbezüge von etwa 1.000 bis 1.550 Euro monatlich. Ausbildungsstellen tragen während dieser Phase die Verantwortung für die fachliche Anleitung, die Vermittlung eines breiten Einblicks in die Verwaltungspraxis und die Finanzierung der Bezüge.
Um ein Public-Management-Studium antreten zu können, benötigen die Bewerberinnen und Bewerber eine Zusage einer solchen Ausbildungsstelle, die als Praxispartner fungiert. Nach dem Einführungspraktikum folgt das dreisemestrige Grundlagenstudium an der Hochschule Kehl, bevor die Studierenden in die weitere Praxisphase wechseln. Das Einführungspraktikum ist damit nicht nur der Startpunkt des Studiums, sondern auch ein wichtiges Instrument, um qualifizierte Nachwuchskräfte frühzeitig an die öffentliche Verwaltung zu binden.
Die Bewerberinnen und Bewerber, die derzeit einen Ausbildungsplatz suchen, haben bereits ihre Eignung in einem Auswahlgespräch oder Assessment-Center nachgewiesen.