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Mehrheit der Fahrgäste zufrieden mit Bus und Bahn

Wie erleben Menschen Bus und Bahn im Alltag? Eine neue repräsentative Befragung liefert Antworten. Das bwegt-Fahrgastbarometer zeigt, dass viele Fahrgäste mit dem Angebot zufrieden sind – trotz Baustellen, Ersatzverkehren und hoher Auslastung. Für Politik und Kommunen liefert die Umfrage wichtige Hinweise darauf, welche Faktoren für einen attraktiven Nahverkehr entscheidend sind.

Die Mehrheit der Menschen in Baden-Württemberg bewertet den öffentlichen Nahverkehr positiv. Laut dem aktuellen bwegt-Fahrgastbarometer sind 55,6 Prozent der Befragten mit Bus und Bahn in ihrer Region „sehr“ oder „eher“ zufrieden. Weitere 19,4 Prozent äußern sich unentschieden. Die repräsentative Online-Befragung wurde vom Meinungsforschungsinstitut Civey durchgeführt und untersucht regelmäßig, wie Fahrgäste den ÖPNV im Land wahrnehmen.

Hohe Zufriedenheit in mehreren Regionen

Besonders hoch ist die Zufriedenheit in einigen Regionen. Spitzenwerte erreichen der Landkreis Calw mit 94,3 Prozent zufriedenen Fahrgästen, gefolgt vom Landkreis Reutlingen mit 93,6 Prozent und dem Stadtkreis Karlsruhe mit 87,0 Prozent. Auch Stuttgart liegt mit 85,4 Prozent auf den vorderen Plätzen. Verkehrsminister Winfried Hermann sieht darin eine Bestätigung der Verkehrspolitik des Landes. Trotz Baustellen im Schienennetz und Ersatzverkehren würden viele Menschen das Angebot schätzen.

Tatsächlich ist der Nahverkehr im Land in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut worden. Nach Angaben des Landes sind 2024 so viele Züge unterwegs gewesen wie nie zuvor. Insgesamt wurden rund 92 Millionen Zugkilometer im Regionalverkehr gefahren, mit der S-Bahn Stuttgart sogar über 100 Millionen. Gleichzeitig sind neue Fahrzeuge in Betrieb gegangen: 358 moderne, klimafreundliche Züge fahren inzwischen im bwegt-Design. Ab Dezember 2026 sollen weitere Doppelstockzüge des Typs Coradia Max folgen.

Auch jenseits der Schiene hat sich das Angebot erweitert. Das vom Land geförderte Regiobus-Netz umfasst inzwischen 52 Linien, die Orte ohne Bahnanschluss mit dem Schienenverkehr verbinden. Hinzu kommen On-Demand-Angebote wie bwshuttle, die inzwischen in mehreren Landkreisen unterwegs sind. Insgesamt sind die öffentlichen Ausgaben für den ÖPNV im Land zwischen 2018 und 2024 um rund 70 Prozent auf etwa 3,3 Milliarden Euro pro Jahr gestiegen.

Was Fahrgästen im Alltag wichtig ist

Die Befragung zeigt aber auch, welche Faktoren für die Zufriedenheit der Fahrgäste besonders wichtig sind. Neben der Pünktlichkeit spielen Sauberkeit und ausreichend Sitzplätze eine große Rolle. Positiv bewertet wird zudem die Nähe zu Haltestellen: 69 Prozent der Befragten vergeben hier die Schulnote „sehr gut“ oder „gut“. Auch das Serviceverhalten des Personals wird mehrheitlich positiv eingeschätzt.

Mit dem bwegt-Fahrgastbarometer stellt das Land Baden-Württemberg jährlich die Perspektive der Nutzenden in den Mittelpunkt. Die Ergebnisse ergänzen technische Kennzahlen aus ÖPNV-Berichten um die Erfahrungen der Fahrgäste im Alltag – und liefern damit Hinweise darauf, wo Angebot und Qualität weiter verbessert werden können.