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Die Fachkräftelücke wächst

Eine neue Studie zeigt, wie sich der Fachkräftemangel in den kommenden Jahren zuspitzen wird. Besonders betroffen ist auch ein Bereich, der Kommunen als Arbeitgeber betrifft.

Deutschland steuert bis zum Jahr 2028 auf eine massive Fachkräftelücke zu. Nach aktuellen Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) werden in nur drei Jahren rund 768.000 qualifizierte Arbeitskräfte fehlen – ein Anstieg um mehr als 50 Prozent gegenüber 2024. Besonders betroffen sind laut IW auch Berufe mit hoher gesellschaftlicher Verantwortung – darunter auch ein Bereich, der Kommunen als Arbeitgeber betrifft: die frühkindliche Bildung.

Trotz Stellenzuwachs: Fachkräftelücke in Kitas bleibt groß

Im Bereich der Kindererziehung wird die Lücke laut IW besonders sichtbar: Trotz eines erwarteten Beschäftigungszuwachses von rund 136.000 Personen bis 2028 geht das IW von einem gleichzeitigen Fachkräfteengpass von knapp 31.000 Stellen aus. Denn der Bedarf an Betreuungsplätzen wächst – unter anderem durch den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung und steigende Geburtenzahlen – doch das Personal hält mit dieser Entwicklung nicht Schritt. Schon heute berichten viele Einrichtungen über Engpässe, Ausfälle und Schwierigkeiten bei der Besetzung offener Stellen.

Maßnahmenbündel, um entgegenzusteuern

Neben der Kindererziehung zeigt die Studie weitere Bereiche mit teils erheblichen Personalengpässen. Besonders betroffen sind Berufe im Verkauf, wo rund 40.000 Stellen unbesetzt bleiben dürften. Auch in der Pflege, in medizinischen Assistenzberufen, bei Fachkräften für Informatik sowie im Metall- und Elektrobereich werden deutliche Lücken erwartet. Insgesamt verschärft sich der Mangel in vielen Berufen trotz rückläufiger Beschäftigtenzahlen – eine Folge des demografischen Wandels und des Renteneintritts der Babyboomer-Generation.

Das IW empfiehlt eine Bündelung verschiedener Maßnahmen, um gegenzusteuern: darunter bessere Berufsorientierung, attraktivere Arbeitsbedingungen, gezielte Weiterbildung und eine stärkere Öffnung für qualifizierte Zuwanderung. Andernfalls drohen spürbare Einschränkungen in zentralen Bereichen der öffentlichen und privaten Daseinsvorsorge.

Lesen Sie auf diegemeinde.de, welche kommunalen Initiativen dem Fachkräftemangel in der frühkindlichen Bildung begegnen: