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Finanzkrise bleibt größtes Sorgenkind der Städte

Die Finanzlage der Städte verschärft sich weiter. Das zeigt das aktuelle OB-Barometer des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu). Für die große Mehrheit der befragten Stadtspitzen sind die Kommunalfinanzen die drängendste Herausforderung. Gleichzeitig rücken Themen wie Wirtschaftsförderung, Digitalisierung und demografischer Wandel stärker in den Fokus, während die Unterbringung von Geflüchteten an Dringlichkeit verliert.

Die kommunalen Haushalte stehen weiter unter erheblichem Druck. Laut OB-Barometer 2026 sehen fast vier von fünf Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeistern die Finanzlage ihrer Stadt als wichtigste aktuelle Herausforderung. Damit hat das Thema gegenüber dem Vorjahr nochmals an Bedeutung gewonnen.

Mit deutlichem Abstand folgen der Wohnungsbau (36 Prozent) und die Stärkung der Wirtschaft (35 Prozent). Hintergrund sind die schwache Konjunktur, Strukturprobleme in vielen Industrieregionen sowie Arbeitsplatzverluste und Unternehmensverlagerungen. Entsprechend gewinnt die kommunale Wirtschaftsförderung deutlich an Gewicht und rangiert inzwischen vor den Themen Klimaschutz, Energiewende und Nachhaltigkeit.

Difu-Institutsleiter Prof. Dr. Jochen Monstadt sieht darin ein deutliches Signal für grundlegende Reformen. Angesichts wachsender Finanzierungsdefizite und rückläufiger Steuereinnahmen müsse ernsthaft über eine Neuordnung der föderalen Finanzbeziehungen diskutiert werden.

Digitalisierung und Demografie gewinnen an Bedeutung

Zunehmend beschäftigen sich die Stadtspitzen auch mit Fragen der Digitalisierung. Häufiger als in den Vorjahren werden Smart-City-Konzepte, digitale Verwaltungsprozesse und der Einsatz Künstlicher Intelligenz als wichtige Zukunftsthemen genannt. Viele Kommunen verbinden damit die Hoffnung, Verwaltungsabläufe effizienter zu gestalten und Bürokratie abzubauen.

Erstmals zählt auch der demografische Wandel zu den wichtigsten Handlungsfeldern. Besonders die Folgen für Gesundheitsversorgung, Pflege und kommunale Infrastruktur bereiten vielen Städten Sorgen. Vor allem in Ostdeutschland wird hier ein wachsender Handlungsdruck wahrgenommen.

Neu auf der kommunalen Agenda erscheint zudem das Themenfeld Katastrophenschutz, Bevölkerungsschutz und Krisenmanagement. Angesichts internationaler Krisen und geopolitischer Spannungen sehen inzwischen 13 Prozent der Befragten hierin eine zentrale Herausforderung.

Keine schnelle Entspannung in Sicht

Auch mit Blick auf die kommenden fünf Jahre rechnen die Städte nicht mit einer grundlegenden Verbesserung ihrer Lage. Finanzen und Haushaltskonsolidierung bleiben für 64 Prozent der Befragten das wichtigste Zukunftsthema. Dahinter folgen Wirtschaftsförderung und Wohnungsbau.

Gleichzeitig wächst die Sorge um die Zukunft der Innenstädte. Leerstände im Einzelhandel, die unsichere Perspektive vieler Warenhäuser und auslaufende Förderprogramme stellen zahlreiche Kommunen vor zusätzliche Herausforderungen.

Weniger dringlich wird dagegen die Unterbringung von Geflüchteten bewertet. Während 2025 noch knapp 60 Prozent der Kommunen hierin eine erhebliche Herausforderung sahen, sind es aktuell noch 43 Prozent. Die rückläufigen Asylzahlen sorgen vielerorts für Entlastung. Gleichwohl bleiben Aufgaben wie Wohnraumbeschaffung, Integration sowie der Ausbau von Kita- und Schulkapazitäten weiterhin bestehen.

Insgesamt zeigt das OB-Barometer 2026 ein klares Bild: Die finanzielle Handlungsfähigkeit der Kommunen bleibt die zentrale Zukunftsfrage. Gleichzeitig wachsen die Herausforderungen durch wirtschaftlichen Strukturwandel, demografische Veränderungen und die digitale Transformation.